Einlochen für Fortgeschrittene

Alle zwei Jahre misst sich die Minigolf-Elite an den «Minigolf World Championships». Für den Titel sind so 25, 26 Schläge bei einer 18-Loch-Bahn nötig. Jedes Jahr misst sich der Gibelchriesner Präsidenten-Club an der vereinsinternen «Minigolftournee». Für den Titel reicht es dort auch noch mit deutlich mehr Schlägen.

Doch der Reihe nach: Meistens einen Tag nach dem Grümpelturnier in Steinen oder wenn in Brunnen gerade das Spettacolo, Brunnen kocht oder die Windweek stattfindet, wird bei den Gibelchriesnern intensiv Minigolf gespielt. Es wird gefühlvoll geschlagen, gekunstschusst, geputtet, geflucht und am Ende meistens dann auch eingelocht. Wie immer galt es, die insgesamt 54 Bahnen der Anlagen in Morschach, Brunnen und Arth mit möglichst wenig Versuchen zu bewältigen. Acht Gibelchriesner stellten sich dieses Jahr der Herausforderung. Eines war schon vor Beginn klar: Eine Titelverteidigung würde es auch dieses Mal nicht geben, der Vorjahressieger Ivan Arnold trat schon gar nicht zum Wettkampf an.

Bereits bei der ersten Anlage in Morschach setzte das spätere Podesttrio erste Akzente, konnten sie doch alle drei den Kurs mit 46 oder noch weniger Schlägen abschliessen. Der Durchschnitt belief sich auf 54,6 Schläge pro Person. Für diese Uhrzeit an einem Sonntagvormittag gar keine so schlechte Leistung. Eine deutlich schlechtere Leistung zeigte dafür die Hose eines hier nicht namentlich genannten Spielers, die kurz nach Spielbeginn einen grossen Schranz aufwies.

Wie praktisch, dass das nächste Ziel Brunnen hiess und dieses Tenue légère angesichts der gleichzeitig stattfindenden Windweek nicht grossartig auffiel. Beim Waldstätterhof, bei uns intern die Anlage mit den Entweder-machsch-en-Einer-oder-en-Siebner-Bahnen genannt, zog des Niveau nochmals spürbar an. Da die Radien der Zielkreise zum Putten hier deutlich kleiner sind, sank der Durchschnitt auf 51,6 Schläge pro Person - der Beste benötigte 42, der Schlechteste 65 Schläge.

Nach der obligaten Verpflegungs- und Erfrischungspause folgte zum Abschluss des Trios Infernale die Minigolfanlage in Arth. Da die Punkte erst ganz am Ende zusammengezählt werden, packten nochmals alle ihr Können und ihre psychologischen Tricks aus. Als das Rechnungsbüro am Ende alle Zahlen fleissig addiert hat, stellte sich heraus, dass das Podest so eng beieinander ist, dass selbst die 54. und somit letzte Bahn alles hätte drehen können. Letztlich setzten sich die drei ältesten und weisesten Teilnehmer durch: Marcel Inderbitzin obsiegte mit gesamthaft 140 Schlägen, dicht gefolgt von Michael Suter mit 144 und knapp dahinter Thomas Marty mit 145 Schlägen.

Inderbitzin, der nun sportlich alles ihm Menschenmögliche erreicht hat, durfte zur Strafe diesen Bericht schreiben und ein Staubfänger namens Wanderpokal ziert für mindestens ein Jahr seine Vitrine.

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